Freiwillig engagierte stellen sich vor

Hans-Adolf Faust engagiert sich als gesetzlicher Betreuer bei antonius. Auf die Frage, warum er sich freiwillig engagiert, antwortet er:

"Ehrenamt ist wunderschön
 man kann es spüren, man kann es sehn.
 Schön ist, wenn der andere lacht,
 dem man eine Freude macht.
 Doppelt winkt das große Glück,
 denn es kommt zu dir zurück.

Ich bin seit 2001 ehrenamtlicher gesetzlicher Betreuer eines Bewohners der Wohngemeinschaft Josef. Durch wöchentliches Telefonieren, Besuche, regelmäßige Ausflüge, Einladungen zu unterschiedlichen Veranstaltungen z.B. Gottesdienste, Theatervorstellungen, Tierheimbesuche, Seniorenheimbesuche und einem abschließenden Abendessen bei uns zu Hause besteht regelmäßiger Kontakt."

 

Birgit MevissenBirgit Mevissen aus Eichenzell hat vor sieben Jahren die Initiative ergriffen. Sie erkundigte sich nach einem freiwilligen Engagement, weil sie das Bedürfnis hatte, anderen Menschen zu helfen, aber auch, weil sie sich weiterentwickeln wollte. Sie begann in der Wohngemeinschaft Martin in Marbach, wo sie Bewohnern zeigte, wie man Zimmer und Kleiderschrank in Ordnung hält. Sie half ihnen, ihr Wohnen zu organisieren. Heute ist sie dort nicht mehr wegzudenken und perfekt ins Team der Begleiter integriert. Zweimal wöchentlich unternimmt sie mit den  Bewohnern etwas, fährt auf den Sportplatz oder zu Veranstaltungen. Obendrein unterstützt sie jeden Montag die Mitarbeiter im antonius LadenCafé am Fuldaer Severiberg beim Rechnen, Lesen und Schreiben. „In den vergangenen vier Jahren habe ich enorm viel gelernt. Die Dinge haben sich für mich ganz neu sortiert. Ich habe im Behinderten den ganz normalen Menschen entdeckt und dadurch ist mein Umgang ganz unverkrampft geworden. Durch die Menschen dort bin ich dazu gebracht worden, auf den Einzelnen einzugehen und vor allem: genau zuzuhören! Und das strahlt jetzt auch auf mein Privatleben aus.

 

Gertraud Sorg aus Maberzell wagte vor 18 Jahren etwas Außergewöhnliches: Für 40 Bewohner des antonius Netzwerk organisierte Sie einen Ausflug in das Ford Werk in Köln. Der Tag in der Autofabrik wurde für sie zu einer „so besonderen Erfahrung“, dass sie fortan einen Großteil ihrer Kraft in die Entwicklung von neuen Projekten von antonius steckte. Seit 16 Jahren ist sie Vorsitzende der St. Antonius-Stiftung. In dieser Funktion versucht sie unermüdlich, Vertrauen für die Einrichtung zu gewinnen und Transparenz bei der Verwendung von Spendengeldern herzustellen. Ihre verantwortungsvolle Tätigkeit betreibt sie mit Herzblut. Nach ihren wichtigsten Erfahrungen befragt, antwortet sie: „Im Antoniusheim habe ich gelernt: Jeder ist anders, und jeder ist auf seine Art und mit seinen Talenten ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft.“ Und danach, was sie anderen empfehlen kann, antwortet sie knapp, aber präzise: „Werden Sie tätig!“

 

astrid arnhofer  Astrid Arnhofer absolviert bei antonius ein
  antonius Jahr. In einem Gespräch hat sie
  ihre Sicht des freiwilligen Engagements erläutert.

  Ist das freiwillige Engagement heute flexibler
  geworden als früher?
  "Heute richten sich die Organisatoren viel stärker
  nach dem Ehrenamtler. Das erlebe ich gerade bei
  meinem antonius Jahr. Ich arbeite dort in der
  Backstube. Was mir da sehr gefällt, ist, dass die
  mir dort sehr entgegenkommen. Sie versuchen mich so einzusetzen, wie ich mir das auch für mich wünsche, so, wie es für mich etwas bringt."

Die Mitarbeiter bauen also die Erwartungen der Freiwilligen verstärkt in die alltäglichen Abläufe ein.
"Ja, und sie schauen auch grundsätzlich: Was bringt einer für Fähigkeiten mit, was hat er für Qualifikationen? Wie kann er sich am besten einbringen, etwas macht im Spaß usw. Da haben ja beide was davon. Je besser und wohler ich mich fühle, desto mehr kann ich geben, desto mehr anderen beibringen. Und deswegen ist Flexiblität so wichtig, sowohl für die eine als auch für die andere Seite."

Also ist auch im neuen Verständnis von Freiwilligenarbeit enthalten, dass der Engagierte einen Gewinn aus der Sache zieht.
"Genau. In dem neuen Verhältnis wird ehrlicher als früher gesagt, dass man selber etwas davon hat, dass man seine Persönlichkeit stärken kann, Selbstbewusstsein aufbauen kann durch das Erledigen von Aufgaben und die Übernahme von Verantwortung. Man bekommt ja immer ein Feedback, ob gewollt oder ungewollt. Da kann man sehen, wie man sich im Laufe der Zeit entwickelt hat. Und wenn man etwas gut gemacht hat, ist das ein enorm schönes Gefühl. Das kann einem kein Geld der Welt geben, das kann man nur durch Tun und Aktion erreichen."